Die Pandemie hat vieles verändert, vor allem die Seh- und Kommunikationsgewohnheiten. Wo es sonst Kinoabende gab, vertreibt man sich heute bei Netflix & Co. seine freie Zeit. Zudem findet der Austausch mit Freunden und Geschäftspartnern momentan und bis auf weiteres auf den Videochat-Plattformen dieser Welt statt.
Wie schön ist es da doch, ein bisschen Abwechslung in den gewohnten Medienkonsum zu bringen. Zum Beispiel mithilfe eines Videobeamers wie dem BenQ GV1, den ich hier zu Testzwecken in meinem Homeoffice stehen habe. Damit kann ich nämlich Videocalls mit Kunden und Geschäftspartner abhalten, ohne jedes Mal am Schreibtisch sitzen zu müssen. Und klar, eine Folge der wunderbaren Netflix-Serie „Das Damengambit“ ist auf diesem Weg zwischendurch auch drin.
Doch wie soll das gehen, ein Teams-Videocall über einen Videobeamer? Dazu braucht man ja dann doch wieder den Rechner, der ja seinen Platz in der Nähe des Projektors braucht, oder?
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Videocalls und Videostreaming via iPhone, iPad und Mac
Nun, das funktioniert recht simpel, und das mithilfe einer Technik, die Apple schon lange in seine mobilen Geräte wie iPhone und iPad verbaut. Die Rede ist vom Mirroring, zu deutsch das Spiegeln des Bildschirminhalts. Um das mit dem BenQ GV1 zu erreichen, sind folgende Schritte erforderlich:
[1] Beamer einschalten (dazu lange mit dem Finger auf dem Ein-Ausschalter verweilen) und eine passende Projektionsfläche samt des notwendigen Abstands zur Wand finden. Bei einer Entfernung von einem Meter schafft der GV1 eine Bildschirmdiagonale von etwa einem Meter (40 Zoll).
Möchte man ein größeres Bild sehen, verringert sich durch den zu vergrößernden Abstand des Beamers zur Projektionsfläche die Auflösung des Bildes, die ohnehin nur 854*480 Bildpunkte beträgt. Wichtig dabei ist auch eine entsprechende Abdunklung des Raums, wenn der Beamer am Tag genutzt werden soll. Denn mit seinen 200 ANSI-Lumen zählt er nicht zu den lichtstärksten Modellen. Das hat hat unter anderem mit dem recht günstigen Preis von knapp 400 Euro zu tun.
[2] Für den drahtlosen Zugriff auf die mobilen Inhalte des Smartphones oder Tablets ist eine WLAN-Verbindung zwischen iPhone/iPad und Beamer erforderlich. Hierfür klickt man bei der ersten Inbetriebnahme des GV1 mit der beiliegenden Fernbedienung auf das Startbild des Beamers, das mit „Drahtlose Projektion für iOS & macOS“ überschrieben ist. Per Fingertipp auf die OK-Taste zeigt der GV1 die WLAN-Router an, die sich in seiner Umgebung befinden. Sobald man das eigene Drahtlosnetzwerk ausgewählt und das zugehörige WLAN-Kennwort eingetragen hat, kann es auch schon losgehen.
[3] Hierfür öffnet man auf dem iPhone oder iPad das Kontrollzentrum (unter iOS 14 einfach nur vom oberen Bildschirmrand in die Bildmitte streichen). Ein Fingertipp auf „Bildschirmsynchronisierung“ zeigt den Namen des GV1 an. Ein weiterer Tipp auf die Bezeichnung „BenQ GV1-5a33“ startet die Projektion des Smartphones oder Tablets.
[4] Der Rest ist ziemlich einfach. So muss man zum Beispiel auf dem iPhone nur die mobile Videochat-Anwendung installieren, sich für Teams und Co. anmelden, und schon kann man via Beamer ein Videomeeting starten. Das gilt natürlich auch für Videochats per WhatsApp und Co. Die Möglichkeiten der modernen Videokommunikation sind also unerschöpflich.
Netflix- und andere Videoinhalte leider nicht via App projizierbar
Was mit Microsoft Teams und Konsorten ganz einfach per App vonstatten geht, ist mit Netflix und Co. leider nicht möglich. Zumindest nicht per mobiler Anwendung, dagegen haben offenbar die Rechteinhaber der Filme und Serien eine Sperre eingebaut.
Aber, und das ist die gute Nachricht, gelingt das Streamen von Netflix- und anderen Inhalte via Mac und PC entweder über das zuvor beschriebene Spiegeln des Mac (Apple nennt das übrigens AirPlay), oder man nutzt für das Projizieren des PC-Bildschirminhalts den Google Chrome-Webbrowser.
Hierfür klickt man auf die drei senkrecht angeordneten Punkte in der Menüleiste und klickt dann auf „Streamen…“. Dies macht den GV1-Beamer sichtbar, der sich einfach per Mausklick auswählen lässt. Dann klappt auch die Wiedergabe von Videoinhalte auf Netflix und Amazon.
Es besteht zudem eine dritte Option, und zwar über Aptoide TV, ein BenQ-eigener App-Dienst, der auf dem GV1 zur Verfügung steht. Allerdings war es mir während des Tests nicht möglich, Netflix darüber zu starten, obwohl sich der Streamingdienst installieren ließ.
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Fazit: Homeoffice und Homecinema machen Spaß mit dem BenQ GV1
Alles in allem ist der BenQ GV1 ein treuer Begleiter, was das Arbeiten und den Spaß in Zeiten von Corona betrifft. Denn mit seinen kompakten Ausmaßen, seinem eingebauten Akku und Lautsprecher und der Option, ihn auf ein Stativ zu schrauben, bietet der Beamer alle Zutaten, die für den Einsatz Zuhause erforderlich sind. Abstriche muss man bei der Bildschirmgröße und der Helligkeit in Kauf nehmen. Aber angesichts des Preises von unter 400 Euro sind das wohl akzeptable Einschränkungen.