Auf der CeBIT 1992 war es (ich studierte gerade Informatik an der FH München), da wollte es der Zufall, dass ich für Intel eine Woche lang mit dem Thema Spracherkennung am PC zum ersten Mal in Kontakt kam. Und das gemeinsam mit meinem Bruder, den der Mikrochip-Hersteller ebenfalls für die Zeit der damals größten IT-Messe der Welt gebucht hatte. Ein Jahr später durfte ich das Gleiche nochmals machen, dieses Mal leider alleine. Was mir echt auf die Stimmbänder ging.
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Unsere bzw. meine Mission damals lautete: Den Messebesucher:innen am Intel-Stand die Welt der Umwandlung von Sprache in Text näher zu bringen. Um damit zu zeigen, wie leistungsfähig die damaligen Arbeitsrechner schon waren. Nur zur Erinnerung: Anfang der 1990er Jahre war der Intel i486-Prozessor weit verbreitet. Diese CPU rechnete mit maximal 100 MHz, und das mit einem Bussystem, das nicht mehr als 50 MHz lieferte. Ein Jahr später kam pünktlich zur CeBIT 1993 der Intel Pentium (P5) auf den Markt, der auch nur einen Rechentakt von 60 MHz schaffte.
Was heute Smartphone mühelos schaffen, war damals auf dem PC eine echte Leistung
Soll heißen, dass die Rechenkünste der damaligen PC-Plattformen recht eingeschränkt waren. Entsprechend zäh erfolgte die Erkennung von Sprache am Personalcomputer. Das sorgte damals, also vor gut 30 Jahren, für das ein oder andere zustimmende Kopfnicken, wenn dem jeweiligen Messebesucher die Leistungsfähigkeit der Sprachsynthese-Software bewusst wurde. Denn im Gegensatz zu heute, wo selbst ein schwachbrüstiges Smartphone die Disziplin Spracherkennung mühelos beherrscht, war das Ausführen von Dragon Dictate auf einem PC Anfang der 90er Jahre keine Selbstverständlichkeit.
Heute nennt sich das Programm von damals einfach nur Dragon und wird von der Firma Nuance Communications vertrieben. Von dieser Software gibt es aktuell acht verschiedene Varianten, von Professional Individual bis Medical Practice Edition. Besonders spannend finde ich die Mobil-Variante Dragon Anywhere. Damit kann man mit jedem Smartphone, auf dem sich die mobile App installieren lässt, seine Texte diktieren, um sie dann von unterwegs aus an das Sekretariat, an den Geschäftspartner, an seine Kunden oder sonst wohin senden. Das ist schon eine sehr elegante Möglichkeit, gesprochenes Wort in Texte zu verwandeln und mit anderen zu teilen.
Na, mal sehen, eventuell gewährt mir ja Nuance eine Testversion, damit ich Dragon Anywhere ausführlich begutachten und beschreiben kann. Stay tuned…