Es soll Leute geben, die der Corona-Pandemie nachsagen, dass daraus eine allgemeine Zunahme des digitalen Tempos resultiert. Was auf den ersten Blick auch tatsächlich zu stimmen scheint.
So finden Videomeetings, Webinare und andere Digitalformate in geradezu atemberaubender Frequenz statt. Branchenevents wie die Hannover Messe werden künftig dank neuer Hybrid-Konzepte weiterhin ihren digitalen Anteil behalten – auch wenn Präsenzveranstaltungen demnächst wieder möglich sein werden. Und das Homeoffice als Teil-Dauereinrichtung ist auch kein futuristisch anmutender Gedanke.
Bitkom-Studie zeigt: Die digitale Reise hat ihr Ende noch nicht erreicht
Doch dann taucht diese Studie auf, die der Branchenverband Bitkom von seinem Ableger Bitkom Research durchführen ließ. Dabei haben die Marktforscher 502 Unternehmen ab einer Größe von 20 Mitarbeiter:innen in Deutschland im Zeitraum März/April 2021 zu ihrem Digitalisierungsgrad befragt. Die Ergebnisse schwanken zwischen „Es ist etwas passiert während Covid-19“ und „Alles wie immer und schlimmer“.
So lautet eine Erkenntnis: Digitale Tools sind im größeren Maßstab angekommen (CRM, ECM & Co.), wenngleich nicht alle Aspekte digitaler Geschäftsprozesse gleichermaßen digital sind. Das betrifft unter anderem die Bereiche „Digitale Dokumente“, „Workflow-Management“ und „Digitale Archive“. Aber auch digitale Signaturen sowie bereichsübergreifende, digitale Recherche-Tools sind noch eher die Ausnahme als die Regel.
Aber auch in anderen Bereichen wie der digitalen Rechnungsstellung gibt es noch viel Luft nach oben. Und wo es ganz besonders mangelt, betrifft das Know-how vieler Mitarbeitenden. So ist nur etwa jede:r zweite Angestellte wissenstechnisch in der Lage, digitale Geschäfts- und Verwaltungsprozesse zu entwerfen, zu entwickeln, zu implementieren. Was wohl mit fehlenden Fortbildungen zu tun hat.
Weitere Hemmschuhe bei der digitalen Transformation sind fehlende Standards und die hohen Anforderungen, die der Datenschutz mit sich bringt. In diesem Zusammenhang ist auch der Glaube an die eigenen Sicherheitsmaßnahmen vieler Unternehmen ein weiterer Faktor, wenn es mit der Digitalisierung nicht so recht vorangeht.
Digitale Hilfestellung von staatlicher und privater Stelle
Doch dieser Status Quo wäre vielerorts gar nicht nötig, denn es gibt Hilfe, will man seine Firma in ein digital funktionierendes Unternehmen verwandeln. So lauten die staatlichen Hilfeprogramme „go-digital“ und „Digital jetzt“, die sich beide an eher kleinere und mittelständische Unternehmen richten.
„go-digital“ vom BMWi adressiert vornehmlich kleinere und mittlere Unternehmen aus der gewerblichen Wirtschaft oder dem Handwerk. Die Förderung sieht drei Pakete vor. Namentlich sind das „Digitalisierte Geschäftsprozesse”, „Digitale Markterschließung” und „IT-Sicherheit”. Für das Umsetzen der notwendigen Maßnahmen hat das BMWi diverse Beratungsunternehmen akkreditiert, die die infrage kommenden Unternehmen unterstützen und beraten sollen.
Allerdings – und das ist sehr bedauerlich – wird das Förderprogramm zum 31. Dezember eingestellt. Daher kann man neue oder neu zu autorisierende Förderanträge nur noch bis zum 1. Juni einreichen. Das ist leider nur noch sehr wenig Zeit.
Ein wenig anders sieht es beim BMWi-Förderprogramm mit dem Namen „Digital Jetzt“ aus. Das richtet sich ebenfalls an kleinere und mittelgroße Unternehmen. Das Gute an dieser Initiative seitens der Bundesregierung: Sie ist datiert auf Dezember 2023. Damit bleibt noch ausreichend Zeit für einen vernünftig konzipierten Antrag samt seiner Ideen dahinter.
Bezuschusst werden Investitionen in digitale Technologien und die Weiterbildung für Mitarbeitende im digitalen Umfeld. Gemeint sind damit die notwendigen Anschaffungen in Sachen Hard- und Software, aber eben auch die notwendigen Fortbildungsmaßnahmen, damit sich die digitale Reise sinnvoll begehen lässt. Denn mit dem Kauf eines Notebooks und einer Textverarbeitung alleine ist es leider noch nicht getan.
Privatwirtschaftliche Förderung à la Lancom Systems
Wer die teils aufwändigen Anträge der staatlichen Behörden eher scheut, dem sei eine Förderinitiative ans Herz gelegt, die sich „Digital-Turbo nennt und von einem Netzwerkspezialisten der ersten Stunde stammt. Sein Name: Lancom Systems. Dieses Unternehmen aus Würselen bei Aachen hat es sich zum Ziel gesetzt, ähnlich wie das BMWi den Mittelstand bei seiner digitalen Reise zu unterstützen.
Dabei verfolgt Lancom ein ähnliches Ziel wie der BMWi, das allerdings laut eigener Aussage mit deutlich kürzerem Zeitaufwand. So sind für den Digital-Turbo keinerlei Anträge, Berechtigungsnachweise oder ähnlicher bürokratischer Schnickschnack erforderlich. Am besten wendet man sich an Marco Epe, der sich bei Lancom um das Thema Digitalisierung kümmert.
Der „Trick“ hierbei ist ganz einfach: Sobald man mit Lancom ein gemeinsames Projekt realisiert, kommt man in den Genuss von 400 bis 2.500 Euro Lancom-Bonus. Diese „Fördergelder“ stellen im Grunde eine Art Rabatt dar, den Lancom auf die jeweilige Projektsumme gewährt. Das betrifft Vorhaben ab 7.000 Euro. Der 2.500 Euro-Maximalbonus wird ab einem Projektvolumen von 30.000 Euro fällig.